12.05.2026
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Die Feuerwehr Traunstein zieht Bilanz

Einsatzzahlen auf hohem Niveau – Sanierung des Feuerwehrhauses in Sichtweite

Traunstein. Über eine gut besuchte Jahreshauptversammlung im Gasthaus Sailer Keller konnten sich die Verantwortlichen der Feuerwehr Traunstein freuen (wir berichteten). Neben Informationen aus dem Vereinsleben beeindruckten insbesondere die Leistungen der ehrenamtlichen Einsatzmannschaft. 283-mal musste die Feuerwehr Traunstein im vergangenen Jahr ausrücken und leistete dabei rund 6.500 Einsatzstunden.

Darüber hinaus konnte ein neues Mittleres Löschfahrzeug (MLF) in Dienst gestellt werden, und auch die Sanierung des Feuerwehrhauses an der Scheibenstraße rückt näher. „Im letzten Jahr mussten wir 283-mal ausrücken“, informierte Traunsteins Kommandant Christian Schulz und ergänzte: „Trotz eines leichten Rückgangs der Alarme sind die Einsatzstunden von 6.571 auf 7.814 Stunden angestiegen.“ 86-mal gab es Brandalarm, 99-mal wurde technische Hilfe geleistet, und bei elf Einsätzen standen Gefahrstoffe im Fokus. Darüber hinaus wurden 18 Sicherheitswachen sowie 69 sonstige Einsätze geleistet. Bei 54 Einsätzen handelte es sich um Fehlalarme.

Von der Katze am Baum bis zum Großeinsatz beim Gaufest

Der Brand eines Wohnhauses an der Wartberghöhe, eine brennende Gasleitung und ein Baumaschinenunfall in schwierigem Gelände gehörten zu den besonderen Einsätzen. „Wir waren aber auch bei Klassikern gefordert und konnten unter anderem eine Katze aus einer misslichen Lage befreien“, so der Kommandant. Mehrmals mussten zudem Pkw-Brände gelöscht werden. Gleichzeitig waren die Traunsteiner Aktiven auch bei Sicherheitswachen gefordert. „Trachten-Gaufest, 650 Jahre Stadtrechte, Faschingszug, Georgiritt – all diese Großveranstaltungen erforderten den Einsatz der Feuerwehr“, betonte Christian Schulz.

Bei den größten Veranstaltungen in der Stadt bestand mitunter ein Personalansatz wie bei einem Großbrand. Dabei wurde die Feuerwehr Traunstein meist von Einsatzkräften aus Haslach, Hochberg, Kammer und Wolkersdorf sowie aus der Nachbargemeinde Surberg unterstützt. Zu den Einsatzstunden kamen weitere 6.823 Übungsstunden hinzu. Neben den Regelübungen wurden zahlreiche Themen in den Fachgruppen Atemschutz/CSA, Maschinisten, ELW/Einsatzleitung, Messzug, Absturzsicherung, Sanitätsgruppe, Ölwehr/Separation und Drohne behandelt. Insgesamt summierten sich damit 14.637 ehrenamtlich geleistete Stunden.

Die Einsatzmannschaft besteht aktuell aus 104 Feuerwehrdienstleistenden, darunter zwölf Frauen. Unterstützt werden die Ehrenamtlichen von drei hauptamtlichen Gerätewarten und einer Teilzeitkraft, die sich für die fünf Traunsteiner Feuerwehren um Ausrüstung, Fahrzeuge und Einsatzkleidung kümmern. Sie warten und prüfen Atemschutzgeräte, führen Reparaturen an Einsatzfahrzeugen und Ausrüstung durch, waschen und reparieren die Einsatzkleidung und übernehmen viele weitere Aufgaben im Hintergrund.

Neues Mittleres Löschfahrzeug in Dienst gestellt

Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 96 Lehrgänge beim Kreisfeuerwehrverband Traunstein oder an einer der staatlichen Feuerwehrschulen absolviert. „Unsere größten Sorgenkinder sind dabei die Lehrgänge für Maschinisten und Drehleitermaschinisten“, erklärte Christian Schulz und ergänzte: „Hier fehlt es schlichtweg an ausreichend Lehrgangskapazitäten.“ Außerdem konnte im vergangenen Jahr ein neues Mittleres Löschfahrzeug (MLF) in Dienst gestellt werden.

Darüber hinaus rückte der Kommandant das Gerätehaus an der Scheibenstraße in den Fokus seiner Ausführungen. Da dieses nicht nur von den eigenen Kräften genutzt wird, sondern dort jährlich auch etwa 50 externe Veranstaltungen wie das Belastungsgehen der Atemschutzgeräteträger oder Lehrgänge des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein stattfinden, herrscht eine hohe Auslastung. Im vergangenen Jahr konnten zudem neun Schulklassen und Kindergartengruppen einen Blick hinter die Kulissen der Feuerwehr werfen.

„Wo drückt der Schuh?“

„Die ersten Weichen für die dringend nötigen Sanierungsarbeiten wurden gestellt“, freute sich der Kommandant und betonte: „Dennoch liegt noch ein großes Stück Weg vor uns, ehe wir den Standort energetisch und zeitgemäß saniert haben.“ Das Feuerwehrhaus wurde 1979 gebaut und ist damit seit mehr als 45 Jahren die Heimat der Feuerwehr. Ziel sei es, den bestehenden Standort an die Anforderungen eines modernen Feuerwehrhauses anzupassen und den Bau umfassend zu sanieren. Weiter führte Christian Schulz in der Rubrik „Wo drückt der Schuh?“ aus, dass es im Bereich der Innenstadt schlichtweg zu wenig bezahlbaren Wohnraum gebe. „Dieser wäre extrem wichtig, damit sich dort auch in Zukunft Feuerwehrleute ansiedeln können.“ Gleichzeitig brachte er sein Bedauern darüber zum Ausdruck, dass es im Innenstadtbereich kaum noch Handwerksbetriebe gebe. „Dort arbeiten normalerweise Menschen, die für die Feuerwehr sehr interessant sind“, so der Kommandant.

Darüber hinaus brachte er den Vorschlag zur Schaffung moderner Coworking-Arbeitsplätze im Feuerwehrhaus Traunstein ins Spiel. „Gerade Feuerwehrleute, die im Homeoffice arbeiten, könnten diesen Raum nutzen und wären bei Einsätzen untertags sofort verfügbar“, lautete die Einschätzung von Christian Schulz. Sorgen bereiten ihm außerdem die hohen Einsatzzahlen und Ausfallzeiten der Drehleiter. „Voraussichtlich müssen wir die Ersatzbeschaffung vorziehen“, so seine Einschätzung. Kritik übte er zudem am hohen Dokumentationsaufwand und betonte: „Auch wenn vieles digital geworden ist, ist der Aufwand keinesfalls geringer geworden.“

Viel Bewegung bei der Kinder- und Jugendfeuerwehr

Jugendwart Andreas Strohmayer informierte über den aktuellen Stand der Jugendfeuerwehr. Derzeit sind sieben Jugendliche bis 16 Jahre aktiv, 13 Anwärter bereiten sich auf den aktiven Dienst vor. „Im vergangenen Jahr traten zwei Feuerwehranwärter in den aktiven Dienst ein“, berichtete er. Bei 26 Übungsabenden und zwölf Beteiligungen an Veranstaltungen kamen insgesamt 1.837 Stunden zusammen. Darüber hinaus berichtete er von drei erfolgreich abgelegten Jugendleistungsabzeichen sowie von einem gemeinsamen Übungstag aller Jugendfeuerwehren der Stadt Traunstein.

Neun Mädchen und 20 Jungen gehören aktuell der Kinderfeuerwehr an. Sophia Handrick informierte darüber, dass die Kinder erstmals die Kinderflamme abgelegt haben und sich sehr über ihre Anstecknadeln als Auszeichnung freuten. Darüber hinaus wurden neue T-Shirts angeschafft, und neben den regulären Übungsstunden besuchte die Gruppe auch die DLRG. „Ein Kind ist bereits in die Jugendfeuerwehr übergetreten“, berichtete die Betreuerin.

„Bei Beleidigungen und Bedrohungen hört der Spaß auf“

Traunsteins Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer griff in seinem Grußwort das Thema Beleidigungen gegenüber Rettungskräften auf und betonte: „Wer einen Feuerwehrler beleidigt, beleidigt die ganze Stadt – und das werden wir keinesfalls tolerieren.“ Gleichzeitig sprach er allen Einsatzkräften den Dank der Kommune aus und würdigte insbesondere den Einsatz der Feuerwehren bei den jährlich stattfindenden Großveranstaltungen. Zudem zeigte er sich erfreut darüber, dass „hinsichtlich des Feuerwehrhauses die ersten Weichen gestellt sind“.

„Zwischen der Feuerwehr und der Polizei passt kein Blatt Papier“, betonte auch der Leiter der Polizeiinspektion Traunstein, Gerrit Gottwald, mit Blick auf die „Beleidigungsproblematik“. Gleichzeitig sicherte er den Feuerwehren „maximale polizeiliche Unterstützung“ zu und stellte klar: „Bei Beleidigungen und Drohungen hört der Spaß auf.“ Zudem dankte auch er der Feuerwehr für die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit sowie die gegenseitige Unterstützung. Der Wahlkreisabgeordnete im Bayerischen Landtag, Dr. Martin Brunnhuber, sagte: „Ich war selbst 20 Jahre lang in der Blasmusik aktiv und weiß sehr wohl, was es bedeutet, ehrenamtlich tätig zu sein.“

Dennoch sei die Feuerwehr eine kommunale Pflichtaufgabe, in die viel Geld investiert werde. „Dazu braucht es aber auch Menschen, die sich Tag und Nacht bereit erklären, alles stehen und liegen zu lassen, wenn jemand in Not ist“, so seine Einschätzung. Gerade dieses ungeplante Tätigwerden mache die Feuerwehr zu einem besonderen Ehrenamt. Kreisbrandinspektor Martin Schupfner dankte der Feuerwehr insbesondere für ihre breite Unterstützung im Ausbildungswesen des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein. Zudem informierte er darüber, dass der Tag der Jugendfeuerwehr sowie ein dreitägiges Zeltlager für den Nachwuchs heuer im Sommer in Taching am See direkt am Strandbad stattfinden werden. Außerdem lobte er die Aktiven hinsichtlich ihres Engagements: „Die Zahlen der Berichte sprechen eine deutliche Sprache. Hier herrscht gelebtes Ehrenamt!“, so seine Einschätzung.

Text und Bilder
(Teils Archiv)
Hubert Hobmaier
Kreisfeuerwehrverband Traustein