13.05.2026
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Nachlöscharbeiten in den Steilbereichen am Saurüsselkopf

Erkundung möglicher Glutnester – Heute sind 100 Einsatzkräfte vor Ort

Ruhpolding. Am heutigen Mittwoch (13. Mai) sind etwa 100 Einsatzkräfte im Einsatz. Der Fokus liegt dabei auf einer umfassenden Erkundung möglicher Glutnester. In den Vormittagsstunden wurden hierzu erneut Luftbildaufnahmen mithilfe von Wärmebildtechnik angefertigt. Gleichzeitig dauern kleinere Nachlöscharbeiten in den Steilbereichen des Saurüsselkopfes weiterhin an. Hierbei werden unter anderem Einsatzkräfte per Hubschrauber an den Berg transportiert und mithilfe einer Seilwinde in die entsprechenden Bereiche abgeseilt. Vereinzelt kommt es zudem weiterhin zu Wasserabwürfen aus den Außenlastbehältern der Hubschrauber.


Darüber hinaus laufen die Arbeiten zur Rückführung erster Ausrüstungsgegenstände an. Dies erfolgt derzeit in den bereits „sicher abgelöschten“ Abschnitten. Den Materialtransport vom Berg übernehmen ebenfalls die eingesetzten Hubschrauber. Einsatzkräfte der Feuerwehr nehmen die Ausrüstungsgegenstände entgegen und bringen diese zurück zum Feuerwehrgerätehaus in Ruhpolding. Der Übergang von den Strukturen des Katastrophenfalls hin zu einem „Einsatz mit erhöhtem Koordinierungsbedarf“ ist im operativen Bereich inzwischen vollständig vollzogen.


Die Gesamtkoordination liegt derzeit weiterhin bei der Örtlichen Einsatzleitung unter der Leitung von Christof Grundner. Der Schwerpunkt in den kommenden Tagen liegt auf der Lageerfassung, der Beurteilung der weiteren Entwicklung sowie dem gezielten Ablöschen aufkommender Glutnester.


Der Brandbereich am Saurüsselkopf ist weiterhin als Gefahrenbereich einzustufen, da immer wieder Äste abbrechen oder ganze Bäume umstürzen. Seitens der Rettungskräfte wird daher dringend empfohlen, den festgelegten Sperrbereich keinesfalls zu betreten. Die Straßensperre der Bundesstraße B 305 wurde bereits aufgehoben. In einem Teilbereich wurde jedoch die zulässige Höchstgeschwindigkeit reduziert, da es insbesondere im Bereich der Chiemgau Arena weiterhin zu Fahrbewegungen durch Einsatzfahrzeuge kommt.


Waldbrandbekämpfung mit einer Spezialdrohne
Das Bayerisches Rotes Kreuz unterstützt gemeinsam mit dem Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt die Waldbrandbekämpfung mit einer Spezialdrohne. Die Einsatzleitung nutzt dabei erstmals modernste Drohnen- und Kameratechnologie, kombiniert mit hochentwickelter Datenaufbereitung in Zusammenarbeit mit der BRK-Forschung, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt sowie der Bergwacht Bayern. Beim Waldbrandeinsatz am Saurüsselkopf kommt ein neues Drohnensystem der Stabsstelle Forschung des BRK zum Einsatz. Gemeinsam mit der Bergwacht Bayern führt das Team Überflüge im Einsatzgebiet durch. Die Drohne ist mit einem sogeannten „Modular Aerial Camera System“ (MACS) des DLR-Instituts für Weltraumforschung ausgestattet. Die Kameratechnologie ermöglicht es, optische und thermale Livebilder direkt in ein digitales Lagebild einzubinden. Die gewonnenen Daten werden durch das Zentrum für satellitengestützte Kriseninformation (ZKI) aufbereitet und in einer Webanwendung kombiniert mit aktuellen Satellitendaten dargestellt. Dieses System steht der örtlichen Einsatzleitung zur schnellen Lagebeurteilung zur Verfügung. Die Brandflächen- und „Glutnester Informationen“ stehen zusätzlich in druckfähigen Lagekarten bereit.


Das genutzte Drohnensystem „Trinity“ ist ein computergesteuertes Flugzeug mit Senkrechtstart- und Landefähigkeit. Es kann insbesondere großflächige Luftbildaufnahmen des gesamten Schadensgebiets erstellen. Mithilfe dieser Informationen können Hubschrauber, Einsatzkräfte und Material gezielt koordiniert sowie der Löscherfolg fortlaufend überwacht werden. Das System wurde aus Mitteln des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt beschafft.


Bedient wird die Drohne von einem kleinen Expertenteam aus Mitarbeitenden der Sicherheitsforschung des BRK sowie ehrenamtlichen Einsatzkräften der Bergwacht Bayern. Gesteuert wird der Einsatz über ein Technikfahrzeug der Bergwacht Franken. Das System kommt bei dem Brandereignis täglich zum Einsatz und liefert zur Lagebeurteilung und letztlich zur Personaleinteilung wertvolle Datengrundlagen.


Alpine Einsatzgruppe der Bayerischen Grenzpolizei
Die Alpine Einsatzgruppe der Bayerische Grenzpolizei beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd ist seit Sonntagabend (3. Mai) aufgrund der alpinen Lage des Waldbrandes am Saurüsselkopf im Einsatz und unterstützt die örtlich zuständige Polizeidienststelle. Seit Montag (4. Mai) ist die Alpine Einsatzgruppe mit Polizeibergführern als Fachberatung der Örtlichen Einsatzleitung (ÖEL) eingebunden und organisiert dort unter anderem die Planungen für die Einsatzbereiche sowie Hubschrauber-, Kräfte- und Materialanforderungen für das alpine Gelände.


Parallel dazu erfolgt seit Montag die Koordinierung der Hubschrauber- und Drohneneinsätze durch einen Polizeibergführer am Biathlonzentrum Chiemgau Arena. Insbesondere an den einsatzstarken Tagen mit zeitweise bis zu elf parallel eingesetzten Hubschraubern wurde die Koordination gemeinsam mit der Polizeihubschrauberstaffel Bayern durchgeführt. Der Schwerpunkt lag dabei auf der Abstimmung der Abwurfgebiete im alpinen Gelände, der Koordination am Landeplatz sowie der Zusammenarbeit mit den Bodenkräften von Feuerwehr und Bergwacht Bayern.


Aufgrund des schwierigen und teilweise absturzgefährdeten Einsatzgeländes sind zudem Polizeibergführer direkt im Einsatzgebiet eingesetzt, um die Sicherheit der Löschkräfte zu gewährleisten. Schwer passierbare Geländestellen wurden gemeinsam mit Kräften der Bergwacht seiltechnisch gesichert. In besonders steilem Gelände führten Polizeibergführer einzelne Feuerwehrkräfte gesichert an Glutnester heran, sodass auch abgelegene Brandstellen erreicht und bekämpft werden konnten. Darüber hinaus unterstützten die Einsatzkräfte bei der Verlegung von Schlauchleitungen im extrem steilen Gelände. Die speziellen Fähigkeiten der Polizeibergführer werden dabei in enger Abstimmung mit Feuerwehr und Bergwacht eingesetzt.

Text
Gemeinde Ruhpolding – Pressestelle

Bilder
Bayerisches Rotes Kreuz
Alpine Einsatzgruppe der Polizei